Sioux im Viertel

Sioux-Indianer bei Straßburger EdeI-Bräu

Zimmermaler war der Wilhelm Heritier eigentlich von Beruf. Doch
dachte er, als er im Jahr 1874 aus seiner lothringischen Heimat in die Hauptstadt der Schwaben gekommen war, keineswegs daran, den Stuttgartern die Plafonds zu weißeln oder ihnen mit leichter, kunstsinniger Hand die Fassaden zu verschönern. Er hatte weit Nachhaltigeres im Sinn. Das berühmte Straßburger Bier, so rechnete er sich’s aus, sei gerade recht, um sangesfrohe Schwabenkehlen zu kühlen und die Köstlichkeiten des Elsass eine längst überfällige Herausforderung für Spätzle verklebte Magenwände. Also machte sich Wilhelm Heritier von seiner Wohnung in der Gaisburgstraße Nummer 14 (parterre) auf, seinen Ideen einen möglichst vielversprechenden Ort zu suchen.

In der Esslinger Straße Nummer 31, im Bohnenviertel also, wo die schwäbische Trollinger-Seligkeit nicht erst spätabends, sondern auch schon zur Vesperzeit über die landestypische Arbeitswut triumphierte, entdeckte der Herr Heritier ein geeignetes Gelass für seinen kulinarischen Missionsdrang: Es war ein äußerst schmaler Raum, eigentlich kaum mehr als ein Durchgang in jenem Gebäude,

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