Gastronomie

Die weinselige Pionierzeit der Bohnenviertel-Gastronomie

Zwölf „Schildwirtschaften“ zählte die Residenzstadt Stuttgart im Jahr 1710, und offenbar erfreuten sich nicht sämtliche dieser gastlichen Häuser eines regen Zulaufs. So waren’s acht Jahre später nur noch zehn. Was allerdings angesichts der Vorschrift vom Jahr 1711, die den Wirten verbot, nach neun Uhr am Abend noch Wein auszuschenken, nicht sehr verwundern muss.

Es herrschte also zur Regierungszeit des Herzog Eberhard Ludwig eine gewisse Flaute im Stuttgarter Gastgewerbe, und diese für Wirte und Herbergsväter sehr magere Zeit hielt Jahrzehnte an. Weshalb es dem Herzog Carl Eugen noch im Jahr 1750 durchaus angemessen erschien, einen Antrag auf Einrichtung einer weiteren Gastwirtschaft in Stuttgart rundweg abzulehnen. Aber vielleicht erschien ihm auch die sehr gemischte Gesellschaft der Gastwirte als nicht sehr vertrauenswürdig. Zumal sich auch ausgemusterte Chirurgen und abgehalfterte Schreiber diesem Erwerbszweig zuwandten, sich geschäftstüchtige Metzger als Nebenerwerbs-Wirte so manchen Zusatzkreuzer verdienten. Ziemlich ausgekocht jedenfalls scheinen die Stammväter des Stuttgarter Gastgewerbes gewesen zu sein, 

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