Das Brett

Revoluzzerkneipe und Heimat der Bohnenviertel-Bohème.

Stürmisch huldigte auch die bunt gemischte Gesellschaft des „Brett“ in den späten Sechzigern und den frühen Siebzigern den schönen, von studentischem Revolutionsgeist wieder belebten Idealen von Freiheit, Gleichheit und Bierseligkeit. Doch gab es selbst in dieser Bastion der klassenlosen Eintracht am Rand des Bohnenviertels Solche und Solche, Gleiche und Gleichere.

Rechts vom Eingang und Windfang, an den Tischen „1“ oder „2“ etwa residierte je nach Andrang im Lokal unter einer gewaltigen Wolke von „Gauloise“- Rauch und Selbstsicherheit die Avantgarde der schönen Künste. Zentrale Persönlichkeiten dieses ästhetischen Dauer-Stammtisches waren die aufstrebenden Nachwuchs- Maler Leippert und „Landsi“. Zwei muntere junge Männer, die durchaus wussten, was sie ihrem Publikum schuldig waren als allgemein anerkannte Bohnenviertel-Bohemiens. Ihre Kleidung schmückten recht dekorativ die Reste der nächtlichen Farb-Studien, stets steckte in der Tiefe ihrer Jackentaschen ein handlicher Skizzenblock und ein kleines Sortiment Bleistifte. Ihre Köpfe aber steckten voller Ideen und Entwürfe. 

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